GARBSEN GEGEN SUEDLINK
Bürgerinitiativen Garbsen

28.5.2020

Petition für das Recht auf solare Eigenversorgung

Sonnensteuer?

Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin, hat auf WeAct eine Petition gestartet, in der er das Recht auf solare Eigenversorung einfordert. Denn: wer Photvolatikanalgen zum Eigenverbrauch betreibt, wird in vielen Fällen durch Abgaben belastet.

Das ist in der Tat kaum zu glauben - erst letztens konnte man in 'Verstehen Sie Spaß?' noch darüber lachen, als dort Hausbesitzer mit Solaranlage für die Sonneneinstrahlung auf ihrem Grundstück zur Kasse gebeten wurden (siehe hier in der ARD-Mediathek). Doch das Lachen bleibt einem glatt im Halse stecken, wenn klar wird, dass das gar kein Spaß ist, siehe hier.

Eine solche "Sonnensteuer" ist klimapolitisch unsinnig und behindert den dringend benötigten Ausbau der erneuerbaren Energien. Eine neue EU-Richtlinie soll hier Abhilfe schaffen, aber die Bundesregierung zögert immer noch, sie adäquat umzusetzen. Quaschning will mit dieser Petition nun den Druck auf die Regierung erhöhen:

"Wir brauchen jetzt ein Recht auf solare Eigenversorgung! Hausgemachte Energie für alle!"

Jetzt zeichnen auf weact.campact.de. Dezentrale Lösungen reduzieren den Bedarf für zentrale Megatrassen.


24.05.2020

Protest-Aktionstag trotz Regen!

Aufruf zur Aktion

Zum bundesweiten Aktionstag gegen das Plansicherstellungs-Gesetz haben auch in Garbsen viele SuedLink-Gegner ihren Protest geäußert - und das im strömenden Regen! An der bereits mit roten Kreuzen markierten mutmaßlichen SuedLink-Kreuzungsstelle zwischen Horst und Schloss Ricklingen wurden Leinen gespannt und viele individuelle Plakate aufgehängt - unter Einhaltung der Corona-Sicherheitsvorschriften. Kreativer Protest ist also auch in diesen Zeiten möglich!

Aktivisten hängen Plakate auf
Aktion im Regen mit Mundschutz und Sicherheitsabstand

Die Aktivisten lehnen den SuedLink als viel zu teures und in seinen Auswirkungen auf Mensch und Natur immer noch nicht absehbares Großprojekt ab. Gerade in diesen Zeiten muss die Sinnhaftigkeit von teuren Projekten kritisch geprüft werden.

kritik an teuren Großprojekten in der aktuellen Krise
Kritik an teuren Großprojekten in der aktuellen Krise

Der SuedLink als veraltete Technologie wird abgelehnt. Die Energiewende muss dezentral stattfinden. Dazu werden prominente Experten zitiert:

Prominente Experten und dezentrale Energie
Expertenmeinung und dezentrale Energie. Bild anklicken zum vergrößern.

Beim dezentralen Ansatz kann jeder mitmachen, siehe z.B. hier.

Aktivisten geben ihr letztes Hemd
Aktivisten geben ihr letztes Hemd

Der Protest ist bunt:

Kreuz und Plakat

Plakat

Fotos: En

T-Shirt
Foto: M.Stitz

25.1.2020

Prof. Dr. Lorenz J. Jarass kritisiert den Netzentwicklungsplan NEP 2030

Power-to-Gas

„Die Netzausbaukosten bleiben derzeit im Netzentwicklungsplan unberücksichtigt, woraus ein überhöhter Netzausbau resultiert. Die fehlende Berücksichtigung der Netzausbaukosten ist ein schwerer methodischer Fehler, der die gesamte Bedarfsanalyse des aktuellen Netzentwicklungsplans fragwürdig macht.

Es gibt eine Reihe von kostengünstigen Maßnahmen zur Verringerung des erforderlichen Netzausbaus, die im aktuellen Netzentwicklungsplan ganz überwiegend unberücksichtigt bleiben. Durch 6 GW Power-to-Gas an der Küste würde die gesicherte Übertragungsleistung von SuedLink und SuedostLink von 6 GW entbehrlich, und gleichzeitig würden die Netzausbaukosten selbst bei einer 100%-igen Bezuschussung der Power-to-Gas-Investitionen sinken. [..]"

Weiterlesen beim Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink


16.09.2019

BR-Magazin Unkraut: Energieexperten finden deutliche Worte zur aktuellen Strategie der Energiewende

Energieökonomin Prof. Claudia Kemfert und Prof. Dr. Michael Sterner sprechen im Interview des BR-Magazins "Unkraut" über die problematische Strategie der Bundesregierung und der etablierten Stromwirtschaft zu Energiewende und Netzausbau - sowie über sinnvolle Alternativen dazu.

Sackgasse Netzausbau
Abbildung: En

Prof. Kemfert erläutert: "Der Plan ist sehr stark optimiert auf die alte Energiewirtschaft. Und man plant jetzt zwei Systeme parallel. Einmal das was man ja hatte, aus Atom und Kohle bestehend, und darauf optimiert man jetzt auch die Netze. Aber man optimiert sie nicht auf eine dezentrale, auf 100% erneuerbare Energien basierende neue Energiewelt, und das ist das große Problem. Wenn wir 100% erneuerbare Energien-Strom haben, haben wir andere Anforderungen an das Stromsystem, und das heißt: mehr dezentral, mehr intelligente [Systeme], mehr Verteilung."

Der Moderator fragt, wer an den den Stromleitungen Geld verdiene. "Das eine sind die finanziellen Interessen, weil ein Netz zu betreiben hohe Renditen bringt: Traumrenditen für Netzbetreiber. Das andere ist, dass man aus einer anderen Energiewelt haraus geplant hat. Das hat man vor 20 Jahren begonnen, das ist verständlich, aber nicht mehr zeitgemäß! Die Start-Ups, junge Unternehmen, stehen Gewehr bei Fuß, wollen in den Markt, können aber nicht, weil sie verdrängt werden von den alten Platzhirschen. Und da muss man den Markt auch öffnen.", so die Energieökonomin.

Auf die Frage "wer bremst?", antwortet sie: "Eindeutig die Politik. [..]Das wichtigste ist, dass man die erneuerbaren Energien stärker und schneller ausbaut. Im Moment haben wir einen Ausbaudeckel. Die Solarenergie wird sogar komplett gedeckelt. Das muss weg! [..]" Sie ergänzt: "Und dezentral vor Ort bedeutet, wir brauchen dezentral mittelfristig mehr Speicher."

Power to gas
Abbildung: En

Prof. Dr. Michael Sterner von der TH Regensburg führt das Thema nahtlos weiter: "Wir brauchen alle Speichertechnologien, die wir haben. Bei der Wärmeversorgung natürlich den Wärmespeicher. In der Mobilität brauchen wir die Batteriespeicher - auch zuhause für die eigene Photovoltaik-Anlage. Wir brauchen aber auch Speicher, die [..] Energie über längere Zeiträume speichern können. Und da haben wir in Deutschland super Bedingungen, denn wir haben riesige Gas-Speicher, die in Kombination mit Gaskraftwerken über 3 Monate hinweg jede Zeit ohne Wind und Sonne überbrücken können - mühelos." Die Antwort auf die Speicherfrage ist also Power-To-Gas: "Wir spalten Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff [mit regenerativ erzeugtem Strom]. Beim Wasserstoff bleiben wir aber nicht stehen, sondern kombinieren ihn mit CO2." Es entsteht Methan - also Erdgas, "und das passt in die Erdgas-Infrastruktur. Da haben wir 500.000 km Gasleitungen quer durch Deutschland, die 4x mehr Energie transportieren können, als die Stromleitungen. Und wir haben die Speicher, die das Stromnetz einfach nicht hat. [..]"

Der Moderator fragt: "Warum wird das noch nicht gemacht?" Darauf Prof. Sterner: "Es hängt an der Politik. [..]"

Hier die Videos zur Sendung vom 29.7.2019


12.7.2019

lange Leitung unnötig: Energie von nebenan bei enyway

Erneuerbare
Fotos CC0

"Revolution auf dem Energiemarkt" titelt Spiegel Online und "Ökostrom von privat" heißt es beim WDR. Die Rede ist von der neuen Energie-Plattform enyway.de, über die man seinen Ökostrom-Produzenten selbst wählen kann. enyway vermittelt die direkte Geschäftsbeziehung zwischen Erzeuger und Verbraucher - ohne den Umweg über große Energiekonzerne! Das Konzept stärkt den regionalen Energiemarkt, denn man kann direkt Energie vom Windrad oder von der PV-Anlage un die Ecke beziehen. Lange Stromleitungen sind da nicht nötig!

Dieser Ansatz ist um so wichtgiger, da mittlerweile für viele Anlagen die EEG-Förderung ausläuft. Die Betreiber sind dadurch vermehrt auf neue Vertriebsmodelle angewiesen.

Aber enyway ist nicht nur ein Portal für Stromkunden. Man kann dort auch zum Stromerzeuger werden - selbst wenn man keinen Platz für eine eigene PV-Anlage hat. enyway verkauft Anteile von Photovolatikanlagen: von der Größe einer Pizzaschachtel oder einer Tischtennisplatte oder gar noch größer.

Energie "von nebenan" gibt es übrigens nicht nur über enyway, sondern auch direkt bei regionalen Energiegenossenschaften, wie etwa der Naturenergie Genossenschaft Region Hannover.

Weiterlesen:


8.5.2019

Bordesholm auf dem Weg zur Autarkie: Batteriespeicher eingeweiht

Batterie
Illustration: En

In der Gemeinde Bordesholm in der Nähe von Kiel wurde Ende April ein neuer Batteriespeicher vom Schleswig-Holsteinischen Umweltminister Albrecht eingeweiht. Der Speicher hat eine Kapazität von 12 Megawattstunden und ist ein von der EU und Schleswig-Holstein gefördertes Projekt, das zeigen soll, ob ein öffentliches Stromversorgungsnetz, das zu 100% aus erneuerbaren Energien gespeist wird, frequenzstabil als Inselnetz gefahren werden kann. Bordesholm versorgt sich nämlich jetzt schon zu 75 Prozent selbst mit regionalem regenerativem Strom, und für 2020 peilt man die 100 Prozent an. Der Speicher soll Leistungsschwankungen abfedern und auch Geld verdienen: Am Primärenergiemarkt sind Stromspeicherkapazitäten nachgefragt. Ferner soll das Projekt Aufschlüsse darüber geben, wie das Stromverbundnetz im Fall eines Blackouts wieder angefahren werden kann. Erste Testmessungen begeisterten die Fachleute der Technischen Hochschule Köln, die das Projekt begleiten. Weitere Tests sind für Juni geplant.

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07.05.2019

Werra-Meissner-Kreis startet Crowdfunding-Kampagne gegen SuedLink

Der Verein Werra Meissner gegen SuedLink e.V. will juristisch gegen das SuedLink-Planungvorhaben vorgehen und hat dazu eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Es soll verhindert werden, dass für ein sinnloses Projekt Natur- und Wasserschutzgebiete beeinträchtigt werden, die Werra mehrfach untertunnelt werden muss und gesundheitliche Risiken bei Trassenführungen nahe von Wohngebieten in Kauf genommen werden. Anstelle derartiger überholter Bauvorhaben befürwortet die Bürgerinitiative dezentrale und innovative Konzepte für die Energiewende.

Hier geht's zum Crowdfunding bei Startnext

22.4.2019

gegen SuedLink: 400 Teilnehmer bei Sternfahrt in Garbsen - Tausende demonstrieren in Thüringen

Kundgebung am Dorfplatz in Garbsen/Horst
Foto: En

Vierhundert Teilnehmer aus den Ortsteilen Alt-Garbsen, Garbsen-Mitte, Meyenfeld, Frielingen und Schloß Ricklingen kamen am Ostermontag bei der Sternfahrt zur Kundgebung auf dem Dorfplatz in Horst zusammen. Nach dem letzten Vorschlag der Übertragungsnetzbetreiber soll die Trasse westlich von Hannover durch das Garbsener Stadtgebiet verlaufen - u.a. ist der Ortsteil Horst davon betroffen.

Angela Thimian-Milz von den Bürgerinitiativen Garbsen gegen SuedLink wies auf die Wirkung der anhaltenden Proteste gegen die SuedLink-Trasse hin. So wird von den Trassenplanern mittlerweile davon Abstand genommen, die Trasse als Überlandleitung zu verlegen.

Die Erdverkabelung birgt aber weitere Probleme - etwa die Austrocknung des Ackerbodens aufgrund von Kapillarbruch und Betonfundamenten. Langzeitforschungen zu negativen Auswirkungen der Höchstspannungstrasse (sowohl bei oberirdischer als auch unterirdischer Bauweise) wurden erst kürzlich gestartet. Mit Ergebnissen der Langzeitstudien ist vor dem Bau der Trasse nicht zu rechnen - ein unhaltbares Vorgehen!

Die Annahme, dass SuedLink nur Windstrom nach Süden leiten soll, ist irrig. SuedLink dient auch Interessen zur weiteren Durchleitung von Kohlestrom und soll den europäischen Stromhandel unterstützen. Vor allem ist davon auszugehen, dass die Trasse gar nicht zur Energiewende beiträgt (siehe auch hier).

Foto: En

Der Landtagsabgeordnete Rüdiger Kauroff empfahl, die TenneT-Infoveranstaltung in Garbsen am 29.5., 16:00 Uhr in der Aula des Schulzentrums I, in großer Zahl zu besuchen. Dort können Fragen an die Planer des Trassenkorridors gestellt werden.

Die Sternfahrt ist Teil des bundesweiten Aktionstages gegen die SuedLink-Trasse. Die größte zentrale Protestaktion fand im thüringischen Lauchröden statt - dort demonstrierten mehrere tausend Trassengegner aus verschiedenen Bundesländern. Aus Thüringen kommt ein klares Statement zum SuedLink-Projekt: "Mit der Energiewende hat das gar nichts zu tun".

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04.04.2019

Überdimensionierter Netzausbau - trotz Unwissen über den Status Quo

Am 4. April debattierte der Bundestag über den völlig überzogenen Gesetzesvorschlag zur Beschleunigung des Energieleitungsausbaus (wir zitierten hierzu bereits den Bundesverband gegen SuedLink).

Ralph Lenkert, Abgeordneter der Linken, berichtete dazu im Bundestag, dass er Nachfragen an das Bundeswirtschaftsministerium gestellt hatte, um herauszufinden, wie groß der Bedarf an Stromleitungen denn wirklich sei. Schließlich hatte sich die Bundesregierung auf das NOVA-Prinzip geeinigt: Netzoptimierung vor Ausbau - d.h. bestehende Netze sind zu optimieren, bevor neue Leitungen gebaut werden.

Allerdings hat der Abgeordnete auf seine Anfragen nur das Unwissen des Bundeswirtschaftsministeriums dokumentiert bekommen: weder kennt man die aktuelle Übertragungskapazität des Stromnetzes zwischen den Bundesländern, noch das Alter der Netzinfrastruktur. Und bei den Angaben zur verfügbaren Schwarzstartleistung (Leistungsreserve zum Anfahren des Netzes bei Blackouts) hat der Abgeordnete selbst noch Informationen beigesteuert, die dazu geführt haben, dass die offiziellen Angaben nach oben korrrigiert werden mussten.

Die Rede kann in der Mediathek des Bundestags angesehen werden.

In der selben Bundestagsdebatte wiesen Bündnis90/Die Grünen darauf hin, dass der geplante Netzausbau nicht zur Erzeugungskapazität der erneuerbaren Energien passe - die Bundesregierung stehe beim Ausbau der erneuerbaren Energien seit langem auf der Bremse.

In der Stellungnahme des Bundesrates zum Gesetz wird übrigens darauf hingewiesen, dass auch Elektrolyseurtechnologie zur Gaserzeugung und die Kopplung mit dem Gasnetz stärker berücksichtigt werden muss. Eine Forderung, die wir schon lange vertreten.

03.04.2019

Junge Leute aus Horst organisieren Mahnfeuer

Mahnfeuer entlang der Trasse

Bei den am 30. März 2019 von den Bürgerinitiativen Garbsen organisierten Mahnfeuern haben sich einige junge Leute aus Horst ganz besonders stark engagiert. In der Horster Feldmark wurden auf den betroffenen Feldern und Wegen der geplante Verlauf der Südlink-Route mit sechs Mahnfeuern dargestellt. Somit war sehr gut der gesamte Verlauf der geplanten Route von der Schloß Ricklinger Straße bis Richtung Frielingen im Detail erkennbar.

Auf dem Feldweg, den die Trasse kreuzen soll, trafen sich ca. 40 Leute aller Altersklassen. Bei einer Bratwurst wurde sehr viel Fachwissen über den geplanten Korridor ausgetauscht. Die Junglandwirte sprachen über ihre Sorgen bezüglich der Auswirkungen der Bewirtschaftung ihrer Flächen während und nach der Bauphase. Dabei haben sie entsprechende Zukunfts- und auch Existenzängste. Besonders kam bei den jungen Leuten die Sorge um die gesundheitlichen Auswirkungen zum Ausdruck. Was passiert in meinem Körper, wenn ich mich regelmäßig in der Nähe der Trasse befinde? Reagiert mein Körper, wenn ich täglich über die Trasse hinweglaufe – oder ich nur wenige Meter davon entfernt wohne? Was kann es dabei für Auswirkung auf gewünschten, noch ungeborenen Nachwuchs haben? Alles sehr ernst zu nehmende Fragen.

Text und Foto: Petra Fanisch

31.03.2019

Mahnfeuer gegen SuedLink

Am Samstag, 30. März 2019 brannten Mahnfeuer in Garbsen und an weiteren Stellen entlang des geplanten SuedLink-Korridors.

Mahnfeuer entlang der Trasse
Foto: Fo

Die Bürgerinitiativen Garbsen machen damit auf die Probleme der Megatrassenführung aufmerksam: Die Erdkabelleitung erhitzt den Boden, die Magerbetonfundamentschicht führt zu Kapillarbrüchen. Beides führt zur Austrocknung und Versteppung der Flächen. Negative Auswirkungen des starken Dauermagnetfelds auf Natur und Gesundheit können nicht ausgeschlossen werden - vor allem bei überirdischer Leitungsführung; diesbezügliche Langzeitstudien laufen noch. Bei Erdkabeln hingegen gibt es keinerlei Abstandsregelungen zur Wohnbebauung - die 4-8 Gigawatt können also direkt an der Grundstücksgrenze bzw. Bebauungsgrenze entlanggeführt werden.

Mahnfeuer entlang der Trasse
Foto: Wi

Ferner gehen viele Experten davon aus, dass der SuedLink die Energiewende nicht voranbringen wird - sondern ganz im Gegenteil das Stromnetz nur flexibler macht für die weitere Einspeisung von Kohlestrom.

Die Bürgerinitiativen Garbsen fordern statt dessen die Umkehr zu regionaler Stromwirtschaft sowie den Ausbau von Speichertechnologien und lehnen die Megatrassenführung ab.

Protestplakat
Foto: Pr
23.03.2019

TAZ-Debatte: volkswirtschaftlicher Nutzen durch regionale Preise und weniger Stromtrassen

Auf TAZ.de stellt Bernward Janzing die Frage, ob Strom überall gleich billig sein muss. Wenn norddeutscher Windstrom in Mengen vorliegt und daher günstig ist, muss er dann an jeder Stelle in Deutschland das gleiche kosten? Janzing vergleicht diese Fragestellung mit Preisen von regionalen Produkten, wie etwa Fisch. Dass Fisch an der Küste günstiger zu haben ist als etwa in Süddeutschland, wo er erst aufwändig gekühlt und hintransportiert werden muss, leuchtet jedem ein. Denn Kühlung und Transport kosten Geld. Es ist daher schwer nachzuvollziehen, warum Strom stets an jeder Stelle gleich viel kosten soll. Schließlich ist Deutschland keine Kupferplatte, die den Strom zu jeder Zeit überall hin leiten könnte. Stromtransport und -transformation kosten schließlich ebenfalls Geld.

Ist Deutschland eine Kupferplatte?
Collage: En

Janzing zitiert Volkswirte und Mathematiker der Uni Trier und des Energie Campus Nürnberg. Sie haben mithilfe von Simulationen ermittelt, dass regionale Strompreise und weniger Stromtrassen zu einem großen volkswirtschaftlichze Nutzen führen. Janzing illustriert den Vorschlag, dass norddeutscher und süddeutscher Strom an unterschiedlichen Märkten gehandelt wird. Durch Preisunterschiede würde sich der Markt regulieren und Netzengpässe verhindern.

Dies ist keine bloße Theorie: Solche Modelle werden in Skandinavien und Nordamerika längst praktiziert.

weiterlesen auf TAZ.de

23.03.2019

Bundesverband: Nein zur Novellierung des NABEG!

Der Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink hat eine Stellungnahme zum aktuellen Gesetzentwurf zur Beschleunigung des Energieleitungsausbaus veröffentlicht. In der Stellungnahme wird aus Schärfste gegen diese Novellierung protestiert, die i.w. die Übertragungsnetzbetreiber stärkt und Bürgerrechte mit Füßen tritt, so der BBgS. Es wird "immer deutlicher, dass nur durch die Sektorenkopplung Strom - Gas - Wärme - Mobiliät die angestrebten Klimaziele erreicht werden können. Mit den geschätzten 52 Milliarden Euro für den geplanten Netzausbau laufen wir Gefahr, dass am Ende auch die finanziellen Mittel zur tatsächlichen Umsetzung der Energiewende fehlen werden."

Der BBgS fordert konsequenterweise: Der vorliegende Gesetzentwurf muss abgelehnt werden!

Hier gehts zum ganzen Artikel beim Bundesverband

08.03.2019

Der Protest geht weiter: rote Kreuze aufgestellt

Foto: En

Die neu veröffentlichte Trassenführung bedeutet, dass die geplante Stromautobahn in Garbsen die Bordenauer Straße, Frielinger Straße, Horster Straße und Burgstraße kreuzen würde. Erdkabel würden die Bodenbeschaffenheit der Ackerflächen nachhaltig beeinträchtigen; es sind sogar Flächen für ökologischen Ackerbau gefährdet.

Um dem Protest gegen die Stromtrasse Ausdruck zu verleihen, wurden von vielen Aktivisten wieder rote Protestkreuze gefertigt.

Foto: En

Die Kreuze wurden weithin sichtbar auf den Ackerflächen entlang des geplanten Trassenverlaufs aufgestellt.

Foto: En

Klar ist: Hier geht's nicht durch!

Foto: En
1.3.2019

Leserbrief: Wir brauchen Speicher statt Stromautobahnen!

Batterie
Illustration: En

Siegfried Lemke vom Umweltschutzverein Isernhagen kann das Märchen von der Windstromleitung nicht mehr hören und sieht sich genötigt, einen Leserbrief zum HAZ-Bericht vom 22.2.19 auf myheimat.de zu schreiben.

Denn was transportierten die Megatrassen bei Flaute? Daher sind Stromspeicher die Technologien, die wir für die Energiewende brauchen. Und die stehen - wie Lemke ausführt - bereits zur Verfügung, wie etwa Power-to-Gas: Überschüssiger Wind- oder Photovoltaikstrom wird in Wasserstoff transformiert und kann (ggfs. nach Anreicherung zu Methan) gespeichert und im vorhandenen Gasnetz transportiert werden.

Ingenieur Lemke verweist auf erfolgreiche mittelständische Unternehmen in der Region, die solche Technologien vorantreiben.


21.02.2019

TenneT schlägt Trassenverlauf durch Garbsen vor

Die Übertragungsnetzbetreiber TenneT und TransnetBW haben ihren Vorschlag für den SuedLink-Korridorverlauf veröffentlicht, den sie Ende Februar bei der Bundesnetzagentur einreichen werden. Danach wird statt der bislang präferierten östlichen Route nun plötzlich die Variante westlich von Hannover vorgeschlagen, deren Trassensegmente 55 und 58 durch Garbsen führen.

Die Übertragungsnetzbetreiber gehen davon aus, dass die Bundesnetzagentur dann gegen Ende des Jahres die Entscheidung für den Trassenkorridor fällen wird.

Damit steht zu befürchten, dass die Mega-Stromtrasse westlich von Alt-Garbsen im Bereich des Golfplatzes am Blauen See, dann zwischen Schloss-Ricklingen und Horst hindurch und schließlich am westlichen Ortsrand von Frielingen entlang verlaufen wird.

Die Trasse soll zunächst eine elektrische Leistung von 4 Gigawatt transportieren. Das ist die Leistung von mehr als 3 Atomkraftwerken. Aufgrund des sogenannten Bündelungsgebots und des neuerdings verfolgten Ansatzes, bei der Kabelverlegung auch gleich Leerrohre für weitere Leitungen zu verlegen, ist mit einem Ausbau auf 10 Gigawatt oder mehr zu rechnen, wie auch schon in Netzentwicklungsplänen prognostiziert wurde.

Die Verwaltung der Stadt Garbsen trifft sich dazu am Freitag, 22. Februar mit Vertretern der Bürgerinitiativen, um die neue Situation zu besprechen und die weiteren Schritte abzustimmen.

Weiterlesen:

05.12.2018

Anti-Kohle-Demo in Berlin: dezentrale Energiewende gefordert

Dicke Luft
Dicke Luft: ohne konkrete Maßnahmen zum Klimagipfel
Foto: En

"Sonne statt Kohle", "Grünkohl statt Braunkohle": mit solchen Schlachtrufen haben 16.000 Teilnehmer der Anti-Kohle-Demo am 1. Dezember in Berlin massive Kritik an den großen Stromerzeugern geübt. Die zentrale Forderung ist, dass Kohleverstromung aus Braunkohle zur Klimarettung sofort gestoppt werden muss. Es zeigt sich hier wiederholt, dass die großen Energieversorgungskonzerne ihre Macht ausspielen und bis zuletzt an veralteten und nicht zukunftsfähigen Konzepten festhalten. Dieses Moment reicht bis in die Politik: so hat die sogenannte Kohlekommission die Nennung eines Kohleausstiegsdatums verhindert, so dass die Bundesregierung nun ohne effektive Klimaschutzmaßnahmen zum Klimagipfel nach Kattowitz reisen musste.

Gleiches zeigt sich beim Netzausbau: Es wird an dem überkommenen zentralistischen Konzept der riesigen Stromtrassen festgehalten, die viele Jahre zur Fertigstellung benötigen und Schneisen durch das Land ziehen. Somit wird die Energiewende nicht befördert sondern verhindert. Darauf wies auch schon der Energieexperte Hermann Scheer in seinem Buch über Energieautonomie hin. Daher taten auch Stromtrassengegner auf der Demo ihre Forderung nach sofortiger dezentraler Energiewende kund.

Dezentrale Energiewende jetzt!
Foto: En/N.N.

Bei den Veranstaltungen in Berlin und Köln wurde immer wieder der sofortige Stopp der Braunkohleverstromung gefordert. Eine Position, die die Bürgerinitiativen gegen die Monsterstromtrassen stets unterstützt hatten. Denn der überdimensionierte Netzausbau wurde von den Übertragungsnetzbetreibern stets mit der Überlast im deutschen Stromnetz begründet. Auf den Grund für diese Überlast wurde allerdings unlängst von Energieexperten hingewiesen. Deutschland "schwimmt im Strom" (und zwar in "dreckigem" Strom) und "verramscht ihn an der Börse", wie etwa Prof. Kemfert bereits im Deutschlandfunk formulierte. Sie fügt hinzu (ebenda): "[..]das zeigen auch unsere Modellrechnungen: Wenn man sozusagen konsequent aus der Kohle aussteigt, sind auch Leitungen wieder frei für anderen Strom. Wenn wir aber weiterhin so einen hohen Kohleanteil haben, dann braucht man in der Tat die ganzen Leitungen, die da jetzt diskutiert werden."

Mit der Abschaltung der klimaschädlichen und landschaftszerstörenden Braunkohleverstromung fällt somit auch das Argument für den geplanten massiven Netzausbau weg. Der Kohleausstieg ist somit in vieler Hinsicht ein höchst sinnvoller Schritt.

Kohle stoppen
Foto: En

17.11.2019

Korridorsegment 57 gestrichen - SuedLink rückt näher!

Am 25.10.2018 informierte TenneT die Stadt Garbsen, dass das Korridorsegment 57, das westlich von Schloss Ricklingen verläuft, aus der weiteren Untersuchung gestrichen wurde. Die weiteren Untersuchgungen hätten ergeben, dass dort deutlich größere Realisierungshemmnisse vorliegen.

Illustration: En, Kartendaten von OpenStreetMap

Begründet wird dies vor allem mit der Ausweitung der Rohstoffgewinnung aus der Mergelgrube bei Dedensen gemäß des regionalen Raumordnungsprogramms RROP 2016 der Region Hannover. Das Abbaugebiet soll nach Nordosten bis zum Mittellandkanal ausgeweitet werden und liegt damit mitten im Korridorsegment 57 (auf dem obigen Kartenausschnitt nicht sichtbar). Da das Segment 57 mit der Leinequerung und dem angrenzenden FFH-Gebiet ein weiteres sehr hohes Realisierungshemmnis enthalte, wird es gegenüber dem Segment 58 als weniger geeigneter eingestuft und damit aus der weiteren Planung gestrichen. Eine Zustimmung der Bundesnetzagentur zu diesem Vorschlag der Übertragungsnetzbetreiber wird in den kommenden Tagen erwartet.

SuedLink rückt näher an die Stadt - der Kampf gegen die Trasse geht weiter

Wilfried Aick von den Bürgerinitiativen Garbsen gegen SuedLink informierte den Ortsrat Garbsen am vergangenen Mittwoch über ein entsprechendes Schreiben der Übertragungsnetzbetreiber. "Die Bedrohung ist zurück, denn die einzig übrige Variante im Westen rückt näher an Garbsen haran." Der Kampf gegen die Trasse und für mehr Lebensqualität in Garbsen wird weitergehen - notfalls wird man im Planfeststellungsverfahren vor Gericht ziehen, so Aick.

Das nächste Treffen der Bürgerinitiativen Garbsen findet am Donnerstag, den 17.1.2019 um 19:00 Uhr im Vereinsheim Meyenfeld statt. Vertreter aller Ortsteile sind wie immer herzlich willkommen!

Die Neue Presse berichtet

25.10.2018

Schritt in die richtige Richtung: In Ostfriesland soll größte Power-to-gas-Anlage entstehen

Abbildung: En

Die Bürgerinitiativen Garbsen gegen SuedLink haben schon seit mehr als 2 Jahren immer wieder darauf hingewiesen, dass die Energiewende nicht mit überdimensionierten Punkt-zu-Punkt-Stromleitungen erreicht werden kann, sondern vor allem durch den Einsatz von Stromspeichern (siehe hier und hier und hier und hier).

Die Erkenntnis ist offenbar mittlerweile gereift: HAZ.de berichtet, dass ein Konsortium bestehend aus TenneT, Gasunie und Thyssengas in Ostfriesland eine 100 Megawatt starke Power-to-gas-Anlage errichten will, um so das Stromnetz zu entlasten. Immerhin stehen riesige Speicherkapazitäten im deutschen Gasnetz zur Verfügung. Die Anlage soll 2022 in Betrieb gehen und sukzessive erweitert werden.

Hier geht's zum Artikel auf HAZ.de

Siehe auch die Pressemitteilung des Konsortiums

20.09.2019

Boykott der Alibiveranstaltung im Bundeswirtschaftsministerium

Die Bürgerinitiativen und Aktionsbündnisse gegen SüdLink, SüdostLink und Ultranet verkünden ihren Boykott der Alibiveranstaltung im Bundeswirtschaftsministerium.

Minister Altmeier hatte für den 17.September zu einem Gespräch ins Bundeswirtschaftsministerium eingeladen. Die Bürgerinitiativen und Aktionsbündnisse zitieren in ihrer Pressemitteilung die Aussage Altmaiers, er würde nach halbjähriger Amtszeit jede problematische Leitung persönlich kennen und sogar besucht haben. Im Hinblick auf diese Äußerung hatten die Bündnisse und Bürgerinitiativen auf ein offenes Gesprächsangebot mit gemeinsam abgestimmter Agenda gehofft. Statt dessen nimmt Herr Altmeier aber nun persönlich gar nicht an dem Treffen teil. Ferner sollen die Bürgerinitiativen und Bündnisse an einem für berufstätige Bürger schwierigen Montagstermin auf eigene Kosten nach Berlin anreisen, um sich einer der bereits vielfach absolvierten Alibiveranstaltungen zum Thema Kommunikation beim Netzausbau zu beteiligen.

Die Bürgerinitiatien und Bündnisse halten dies für völlig unangemessen, um den wirklichen Problemen der Trassenführung gerecht zu werden. Bei einer Teilnahme "würde es dem Ministerium ermöglicht, zu behaupten, es hätten 'konstruktive Gespräche' stattgefunden, was bei einem nicht ergebnisoffenen Dialog aber schlicht nicht möglich ist", heißt es. Die Bürgerinititiven und Aktionsbündnisse boykottieren daher diese Alibiveranstaltung des Bundeswirtschaftsministeriums.

Bei dieser Gelegenheit weisen die Bürgerinitiativen nochmals darauf hin, dass der geplante Netzausbau nicht der Energiewende dient, obwohl dies immer wieder fälschlicherweise behauptet wird. Die neuen Leitungen dienen vor allem dem Transport von Kohle- und Atomstrom, und damit letzendlich der Gewinnmaximierung der Stromerzeuger und Übertragungsnetzbetreiber auf Kosten von Mensch, Natur und Klima.

Hier geht's zur gemeinsamen Pressemitteilung der Bürgerinitiativen und Aktionsbündnisse auf der Seite des Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink.

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