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Bürgerinitiativen Garbsen

05.12.2018

Anti-Kohle-Demo in Berlin: dezentrale Energiewende gefordert

Dicke Luft
Dicke Luft: ohne konkrete Maßnahmen zum Klimagipfel
Foto: En

"Sonne statt Kohle", "Grünkohl statt Braunkohle": mit solchen Schlachtrufen haben 16.000 Teilnehmer der Anti-Kohle-Demo am 1. Dezember in Berlin massive Kritik an den großen Stromerzeugern geübt. Die zentrale Forderung ist, dass Kohleverstromung aus Braunkohle zur Klimarettung sofort gestoppt werden muss. Es zeigt sich hier wiederholt, dass die großen Energieversorgungskonzerne ihre Macht ausspielen und bis zuletzt an veralteten und nicht zukunftsfähigen Konzepten festhalten. Dieses Moment reicht bis in die Politik: so hat die sogenannte Kohlekommission die Nennung eines Kohleausstiegsdatums verhindert, so dass die Bundesregierung nun ohne effektive Klimaschutzmaßnahmen zum Klimagipfel nach Kattowitz reisen musste.

Gleiches zeigt sich beim Netzausbau: Es wird an dem überkommenen zentralistischen Konzept der riesigen Stromtrassen festgehalten, die viele Jahre zur Fertigstellung benötigen und Schneisen durch das Land ziehen. Somit wird die Energiewende nicht befördert sondern verhindert. Darauf wies auch schon der Energieexperte Hermann Scheer in seinem Buch über Energieautonomie hin. Daher taten auch Stromtrassengegner auf der Demo ihre Forderung nach sofortiger dezentraler Energiewende kund.

Dezentrale Energiewende jetzt!
Foto: En/N.N.

Bei den Veranstaltungen in Berlin und Köln wurde immer wieder der sofortige Stopp der Braunkohleverstromung gefordert. Eine Position, die die Bürgerinitiativen gegen die Monsterstromtrassen stets unterstützt hatten. Denn der überdimensionierte Netzausbau wurde von den Übertragungsnetzbetreibern stets mit der Überlast im deutschen Stromnetz begründet. Auf den Grund für diese Überlast wurde allerdings unlängst von Energieexperten hingewiesen. Deutschland "schwimmt im Strom" (und zwar in "dreckigem" Strom) und "verramscht ihn an der Börse", wie etwa Prof. Kemfert bereits im Deutschlandfunk formulierte. Sie fügt hinzu (ebenda): "[..]das zeigen auch unsere Modellrechnungen: Wenn man sozusagen konsequent aus der Kohle aussteigt, sind auch Leitungen wieder frei für anderen Strom. Wenn wir aber weiterhin so einen hohen Kohleanteil haben, dann braucht man in der Tat die ganzen Leitungen, die da jetzt diskutiert werden."

Mit der Abschaltung der klimaschädlichen und landschaftszerstörenden Braunkohleverstromung fällt somit auch das Argument für den geplanten massiven Netzausbau weg. Der Kohleausstieg ist somit in vieler Hinsicht ein höchst sinnvoller Schritt.

Kohle stoppen
Foto: En

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