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06.02.2021

H.-J. Fell: Statt immer neuer Leitungsausbau-Beschleunigungsgesetze braucht es ein Ökostromausbau-Beschleunigungsgesetz!

Grafik: En

Hans-Josef Fell, Mitbegründer des Erneuerbare Energien-Gesetzes, kritisiert das vor wenigen Tagen im Bundestag beschlossene Gesetz, das zum wiederholten Mal den Netzausbau beschleunigen soll.

Das darin genannte Ausbauziel von 65% erneuerbarem Strom bis 2030 sei bei weitem nicht ausreichend - und die Annahme, erneuerbare Energien über einen immer größer werdenden Übertrangungsnetzausbau erreichen zu können, treffe einfach nicht zu. Fell folgt damit der Argumentation von Hermann Scheer, siehe [Energieautonomie, S.63ff].

Fell führt aus: "Noch immer herrscht die irrige politische Meinung vor, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien nur mit dem Ausbau großer Übertragungsnetze stattfinden kann. Die wesentlich bessere Variante, nämlich die Erzeugung der Erneuerbaren Energien gleich in die Nähe des Verbrauchs zu bringen und dies mit einem örtlich organisierten Bau von Speichern und Ausbau der Verteilnetze zu verbinden, setzt sich einfach in Berlin nicht durch. So kommt es, dass es seit Jahren einen immer stärkeren überregionale Ausbau von Hochspannungsleitungen gibt, der zunehmend die Regionen überfordert, wertvolle Natur- und Besiedlungsräume massiv belastet und deshalb immer stärkere Proteste heraufbeschwört."

Nach dem letztens vorgestellten Netzentwicklungsplan (NEP) Strom 2035 steigen die Ausbau- und Modernisierungskosten für Stromleitungen zusammen mit den Kosten für die Offshore-Windenergieanbindung auf über 100 Milliarden Euro an. Fell kritisiert, dass die Bundesregierung den Netzausbau beschleunige, obwohl sie nicht einmal eine Vergleichsrechnung anstelle, ob ein dezentraler Ausbau der Erneuerbaren Energien sinnvoller ist. Der weitere Ausbau von bürger- oder genossenschaftlich betriebener Ökostrom-Gewinnung könne dem teuren Netzausbau entgegenwirken, werde aber von der aktuellen EEG-Novelle massiv behindert.

Fell, Präsident der Energy Watch Group, fordert eine grundlegende Überarbeitung des EEG, so dass mit einem massiven Ausbau dezentraler Erneuerbarer Energien ein weiterer Ausbau der Hochspannungsleitungen eingedämmt werden kann.

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